Ebenen Komposition

Die so genannte „Ebenen-Komposition“ ist keine eigenständige Funktion bzw. kein einzelnes Werkzeug in GIMP, vielmehr ist es eine Arbeitstechnik wie Sie vorhandene Funktionen innerhalb einer DTP-Anwendung, wie GIMP oder auch Adobe Photoshop, geschickt nutzen können.

Nutzen Sie die Ebenen-Komposition geschickt für die Erstellung komplexer und aufwändiger Grafiken.

Was ist „Ebenen Komposition“

Die Komposition durch Ebenen stellt eine Sammlung bzw. Kollektion von thematisch zusammengehöriger Bilder oder Grafiken dar, die auf einzelnen Ebenen abgelegt sind – alles innerhalb einer Datei.

Ein Bild in Ebenen-Komposition
Ein Bild in Ebenen-Komposition

Durch Ein- oder Ausschalten der Ebenen-Sichtbarkeit und Kombination sichtbarer Ebenen, wird ein variierbares Gesamtbild erzeugt bzw. komponiert.

Hinweis | Die Ebenen-Komposition wird von GIMP ausschließlich durch das native Dateiformat XCF unterstützt.

Auszug aus dem Dialog Ebenen des Bildes
Auszug aus dem Dialog Ebenen des Bildes

Dem Bild oben ist nicht anzusehen, dass es insgesamt 19 Ebenen enthält. Grundsätzlich setzt es sich aber thematisch aus nur drei Ebenen (Hintergrund, Motiv, Vordergrund) zusammen.

Hintergrund | Im Motivhintergrund befindet sich ein Himmel mit ziehenden, sommerlichen Wolken.

Motiv | Das Gebäude mit der Glasfassade befindet sich im Mittelpunkt des Motivs und nimmt den größten Platz auf dem Bild ein.

Vordergrund | An der Fassade des Gebäudes ist ein Plakat angebracht und befindet sich an oberster Stelle der drei Motivebenen.

Drei Landschaftsbilder dienen als Wolkenhintergrund
Drei Landschaftsbilder dienen als Wolkenhintergrund

Der Dialog „Ebenen“ (drücken Sie Strg+L auf der Tastatur) zeigt zu diesem Bild jedoch wesentlich mehr Ebenen an als tatsächlich für den Betrachter erkennbar sind.

Für den Motivhintergrund des Himmels, können Sie eine kleine Kollektion verschiedener Wolkenformationen erkennen („wolken 1“, „wolken 2“ und „wolken 3“).

Diese Wolken-Bilder stammen aus einer Sammlung alter Urlaubsfotos die ich auch diese Weise wunderbar verwerten kann.

Auszug aus den Gebäudeebenen die den Wolkenhintergrund einschließen
Auszug aus den Gebäudeebenen die den Wolkenhintergrund einschließen

Je nach Geschmack können Sie im Dialog „Ebenen“, per Klick auf das „Auge“, einen anderen Himmel als Hintergrund auswählen und anzeigen lassen.

Der Motivmittelpunkt wird durch zwei Ebenen des Gebäudes dargestellt.

Es sind die Ebenen „haus mit himmel“ (unten) und „haus ohne himmel“ (oben).

In der obersten Gebäudeebene wurde der Himmel auf Transparent gesetzt, so dass mindestens eine darunterliegende Wolkenebene erkennbar wird.

Plakatebenen Auszug
Plakatebenen Auszug

Werden alle Wolkenebenen ausgeschaltet, so wird mindestens der originale Himmel der Ebene „haus mit himmel“ (unten) angezeigt.

Die oberste Motivebene stellt ein Werbeplakat dar, welches an der Fassade des Gebäudes mit Seilen angebracht ist. Im Dialog Ebenen können Sie allerdings noch weitere Plakat-Ebenen erkennen (1 bis 3), die Sie ebenfalls ganz nach Belieben ein- oder ausschalten können.

Hinweis | Die Werbeplakate stammen aus verschiedenen Aufnahmen und wurden hier einzeln eingefügt.

Vorteile | Durch die Ebenen-Komposition erreichen Sie eine noch größere Flexibilität in der Grafikbearbeitung oder beim Collagieren Ihrer Bilder. Sie können ein zentrales Motiv beispielsweise mit verschiedenen Hintergründen kombinieren oder auch mit diversen Vordergründen verzieren – dies alles über einen einfachen Klick auf die Sichtbarkeit der betreffenden Ebene. Natürlich steht es Ihnen auch frei das zentrale Motiv durch andere Variationen auszutauschen.

Im Gegensatz zu vielen Einzeldateien halten Sie mit der Ebenen-Komposition eine einzelne und kompakte Datei in der Hand (eine Bibliothek), die eine vielfältige und umfangreiche Kollektion von Bildern oder Grafikelementen bereit hält. Sie können die einzelnen Elemente geschickt für verschiedene Zwecke zu jedem Zeitpunkt ganz unterschiedlich arrangieren.

Nachteile | Komponieren Sie Bilder über Ebenen kostet dies sehr viel Platz und Performance, denn Sie halten Bilder oder Bildelemente durchaus mehrfach vor obwohl diese am Monitor eventuell nicht sichtbar sind.

Hinweis | Die Beispieldatei auf der Buch-DVD besitzt bereits über 140MB. Im Arbeitsspeicher schlägt diese sogar mit weit über 400MB zu Buche.

Schlüsselerkenntnis | Führen Sie eine Komposition zu einer Bitmapgrafik (tif, png, jpg, …) zusammen, so werden alle Ebenen die nicht sichtbar sind gelöscht. Im Verhältnis zur XCF-Quelldatei nimmt die Dateigröße der Bitmap beträchtlich ab.

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