Was sind Vektorgrafiken? Pt. I

Anders als Bitmaps oder pixelorientierte Grafiken, teilen Vektorgrafiken das Bild nicht in ein Pixelraster und deren Farbwerte ein. Eine Grafik die aus Vektoren besteht, beschreibt die einzelnen grafischen Objekte des Bildes aus mathematischer Sicht.

Schema übereinander liegender Ebenen
Schema übereinander liegender Ebenen

Ein Kreis kann zum Beispiel über seinen Radius, Mittelpunkt/Lage, Linienstärke und Füllfarbe geometrisch exakt beschrieben werden.

Um eine Linie abzubilden, werden für diese lediglich die Startkoordinaten, die Linienstärke, die Endpunkte und ein Wert für die Farbe benötigt. Kurven, auch als „Splines“ bezeichnet, werden allerdings mit mathematisch etwas aufwändigeren Algorithmen beschrieben.

Zusätzlich werden auch Informationen zur Lage der Objekte bezüglich ihrer Höhen-Ebene (kurz „Ebene“) gespeichert. Bildelemente können also problemlos übereinander geschichtet werden und sich dabei teilweise oder vollkommen überdecken, da sie in verschiedenen Ebenen liegen. Die Informationen von überdeckten Grafikelementen gehen bei diesem Vorgang nicht verloren und bleiben erhalten. Aufgrund dieser Tatsache arbeiten Vektorgrafiken immer zerstörungsfrei.

Sie können dieses Verhalten etwa mit den verschiedenen Folien eines Overhead-Projektors vergleichen, bei dem jede Folie eine einzelne Grafik enthält, während erst das Auflegen aller Folien das komplette Bild wiedergibt.

Dieser Kran wird in Vektoren umgewandelt
Dieser Kran wird in Vektoren umgewandelt

Vorteile | Vektorgrafiken arbeiten zerstörungsfrei. Auch wenn Elemente im Hintergrund vollständig von Elementen im Vordergrund verdeckt werden, so bleiben deren Vektor-Daten erhalten.

Aufgrund der Tatsache, dass nur sehr wenige Eckdaten zum Speichern solcher Grafiken ausreichen, ist dieses Grafikformat überaus platzsparend.

Das Skalieren von Vektorgrafiken ist absolut kein Problem. Sie können solche Bilder so weit skalieren wie es technisch möglich ist ohne dabei mit einem Klötzcheneffekt rechnen zu müssen.

Krandetail, links Bitmap, recht Vektor
Krandetail, links Bitmap, recht Vektor

Das Zeichnen der einzelnen Bildpixel zwischen den Eckkoordinaten (Vektoren) einer Linie oder Kurve am Monitor, übernimmt Ihr Rechner im Moment der Anzeige. Diese Grafiken werden am Ausgabegerät also immer mit dessen Auflösung dargestellt, bei einem Monitor wären dies also ca. 72 – 105 dpi, bei einem Drucker oder Plotter die entsprechende technisch mögliche Auflösung des Gerätes.

Nachteile | Für das Abbilden oder Erstellen fotorealistischer Bilder sind Vektorgrafiken weniger geeignet.

Einsatzgebiete | Vektorgrafiken kommen immer dort zum Einsatz, wo es weniger auf fotorealistische Abbildungen ankommt, sondern Aspekte wie die verlustfreie Skalierung oder sehr kleine Datenmengen im Vordergrund stehen. Programme wie „Adobe Illustrator“, „Auto CAD“ oder „Inkscape“ sind gute Beispiele solcher Vektorprogramme.

Die Architektur oder auch die Autoindustrie nutzen Vektorgrafiken zur computergestützten Konstruktion (kurz CAD) von Werkstücken und ähnlichen technischen Dingen.

Auch im Werbe- und Designbereich wird von diesem Grafikformat Gebrauch gemacht. Das Erstellen von Logos, Schriftzügen oder Diagrammen beruht auf Grafiken die mittels geometrischer Grafikobjekte beschrieben werden können.

Geodienste wie sie im Internet oder auch auf dem heimischen Navigationsgerät zu finden sind, benutzen Vektorinformationen um Daten für Flurstücke und Landkarten abzuspeichern und darzustellen. Erst durch diesen geografischen Bezug der Vektordaten, werden letztendlich auch Rutenberechnungen möglich.

Im Internet werden Sie auf Vektorgrafiken stoßen die meist in Form der quelloffenen SVG-Grafiken oder dem proprietären SWF-Format (Shockwave Flash – Adobe Flash) vorliegen. Beide Formate sind zudem in der Lage die Interaktion mit dem Anwender über eine Scriptsprache zu unterstützen. Die im Flash integrierte Scriptsprache „ActionScript“ kann sehr komplexe multimediale Inhalte präsentieren. Die vielen Flash-Games oder auch Flash-Business-Applikationen die im Internet zu finden sind, zeugen deutlich von der extremen Leistungsstärke dieses Formates.

Schon seit langer Zeit haben auch Vektor-Programme Einzug in den Heimbereich gehalten. Anwendungen wie „CorelDraw“, „Adobe Illustrator“, „Inkscape“ oder „Skencil“ sind wunderbar dazu geeignet Grußkarten, Comics oder ähnliche Dinge zu erstellen und in perfekter Qualität zu drucken.

Für die Bearbeitung Ihrer Urlaubsfotos sind Vektorprogramme hingegen ungeeignet.

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