Comic, Cartoon Tintenfisch

Dieser Artikel zeigt Ihnen die Erstellung eines kleinen Tintenfisch-Icons mit Hilfe der Standardwerkzeuge des GIMP.

Comic Tintenfisch mit GIMP
Comic Tintenfisch mit GIMP

Sie können die Grafik auch als XCF-Datei herunterladen und um weitere Details bereichern.

Das fertge Bild

Sie können, sofern Sie mögen, die Grafik durch die folgende Schritt für Schritt-Anleitung selbst erstellen oder Sie nutzen das XCF-File (oben im Download) und schauen sich die verschiedenen Ebenen und deren Wirkung an. Natürlich steht es Ihnen auch frei die Grafik um weitere Elemente zu bereichern oder auch als Grundlage für neue Kompositionen zu nutzen.

Unten sehen Sie die vollständige Grafik des Tintenfisch-Icons. Das Icon des kleinen Tintenfisches hat eine Bildauflösung von 1000 x 1000 px, besitzt 33 Ebenen und 35 Pfade.

In den nachfolgenden Schritten beschreibe ich Ihnen, wie Sie diese Grafik ganz leicht selbst erstellen können. Es sind nur wenige verschiedene Arbeitsschritte nötig und Sie können ausschließlich Standardwerkzeuge benutzen.

Der Körper

Pfad für den Kopf in Form gezogen
Pfad für den Kopf in Form gezogen

Beginnen Sie mit einer neuen Grafikdatei in der Bildauflösung 1000x1000px (Menü: Datei – Neu…). Legen Sie eine neue, transparente Ebene an (Menü: Ebene – Neue Ebene…). Schalten Sie nun im Werkzeugkasten das Pfadwerkzeug ein (Taste B) und legen Sie einen einfachen Pfad an.

Klicken Sie dafür etwas links unten den Startpunkt und schräg rechts oben den Endpunkt.

Diesen geradliniegen Pfad können Sie mit der Maus in eine runde Form ziehen.

Ziehen Sie den zunächst geradlinigen Pfad in eine Form wie sie im Bild oben zu sehen ist. Klicken Sie einfach auf die Pfadlinie und ziehen diese an beiden Enden zurecht.

Tintenfass einstellen

Einstellung des Tintenfass
Einstellung des Tintenfass

Wenn Sie den ersten Pfad wie gewünscht angelegt haben, müssen Sie nun das Zeichenwerkzeug einstellen. Für die Grafik des kleinen Tintenfisches verwende ich das Tintenfass.

Klicken Sie das Werkzeug an und ändern Sie die Einstellungen des Tintenfass.

Wichtig ist hier im speziellen die Größe der Tinte – ich habe 16 gewählt. Die restlichen Einstellungen können Sie anhand des Bildes oben übernehmen (sofern diese nicht als Standard vorgegeben sind).

Das Tintenfass erzeugt beim zeichnen spitz zulaufende Enden, dies erhöt den otischen Eindruck eines Cartoons bzw. unterstreicht den Comic-Charakter stärker als der reguläre Rundpinsel.

wilber-help-transTipp | Wenn sie die Werkzeugeinstellungen pötzlich nicht finden können oder einfach nur Zeit sparen möchten, führen Sie kurz einen simplen Doppelklick auf das gewählte Werkzeug im Werkzeugkasten aus, GIMP öffnet dann ganz automatisch die dazugehörigen Werkzeugeinstellungen für Sie.

Pad nachzeichnen

Einstellungen für Pfad nachzeichnen
Einstellungen für Pfad nachzeichnen

Jetzt ist es an der Zeit den ersten Pfad mit dem vor-eingestellten Tintenfass nachzeichnen zu lassen, diese Aufgabe übernimmt GIMP für Sie.

Rufen Sie oben im System-Menü Bearbeiten – Pfad nachziehen… auf um den folgenden Dialog zu erhalten.

Stellen Sie den Dialog wie im Bild oben zu sehen ein, also Malwerkzeug: Tinte und die Option: Pinseldynamik emulieren.

Klicken Sie dann auf den Button Nachziehen damit GIMP den ersten Pfad für Sie im Bild nachzeichnet.

Als Resultat sollten Sie die folgende Grafik erhalten.

Pfad mit Pfad nachzeichnen und Tinte nachgezogen
Pfad mit Pfad nachzeichnen und Tinte nachgezogen

Nun können Sie alle weiteren Linien und Kontouren des Tintenfisches mit Hilfe von Pfaden anlegen und nachzeichnen lassen.

Sie sollten für jedes einzelne Element auch immer eine separate Ebene anlegen, dies macht Ihre Grafik flexibler und schützt bereits erstellte Grafikelemente.

Die Verwendung verschiedener Ebenen eröffnet Ihnen auch die Möglichkeit, viele Bildelemente auch nachträglich noch fein zu justieren oder etwas zu verschieben wenn Sie mögen.

Wenn Sie wissen möchten wie Sie Ebenen erzeugen, dann lesen Sie bitte auch noch diesen Artikel: Anlegen von Ebenen mit GIMP.

Restliche Pfade

Restliche Pfade anlegen
Restliche Pfade anlegen

Legen Sie nun nach und nach alle weiteren Pfade an die für das Aussehen des kleinen Tiefseebewohners nötig sind (für Tastaturliebhaber lautet das Tastenkürzel um das Pfadwerkzeug zu aktivieren [B]).

Sie können übrigens erst alle Pfade anlegen und diese dann ganz zum Schluss nachziehen lassen, dafür müssen Sie dann im Dialog Pfade diese einzeln auswählen.

Oder Sie legen einzelne Pfade an und ziehen Ihn sofort nach (sollte die bevorzugte Variante sein).

Wenn Sie alle Pfade mit der Funktion Bearbeiten – Pfad nachzeichnen… nachgezeichnet haben, sollten Sie in etwa das folgende Ergebnis erhalten.

Alle Pfade des Körpers nachgezogen
Alle Pfade des Körpers nachgezogen

Denken Sie bitte auch daran, jeden Pfad auf einer neuen benannten Ebene zeichnen zu lassen.

Die Tentakel können Sie sicherlich auch auf einer Ebene zusammenfassen, wenn Sie einzelne Ebenen pro Tentakel anlegen, können Sie später allerdings noch besser nacharbeiten und die Grafik perfektionieren.

Auch die Strichstärke der Tinte sollten Sie unterschiedlich groß einstellen.

Die Augenpartie ist beispielsweise mit einer Strichstärke 10 statt 16 gezeichnet worden.

Füllen des Körpers

Einstellen von Vordergrund- und Hintergrundfarbe
Einstellen von Vordergrund- und Hintergrundfarbe

Jetzt ist es an der Zeit den Körper auszufüllen. In diesem Beispiel verwende ich einen Farbverlauf von: #F88DA6 nach #DA4452. Klicken Sie je auf die Vordergrund- und auf die Hintergrundfarbe im Werkzeugkasten und geben die hexadezimalen Werte im Dialog ein.

Sie können die Hex-Werte im Feld HTML-Notation eintragen, dies ist bequemer als die Farben mit Hilfe der Schieberegler einzustellen. Sie können die beiden Farbwerte auch gerne zur Palette hinzufügen indem Sie den Pfeil-Button unterhalb des Eingabefeldes drücken.

Füllung des Körpers anlegen
Füllung des Körpers anlegen

Legen Sie einen weiteren Pfad um den Körper herum an.

Klicken Sie einen durchgehenden Pfad genau auf den Linien rings um den Körper des Tintenfisch herum.

Um das Ende des Pfades mit dem Anfangsknoten zu verbinden, halten Sie die Taste [Strg] gedrück und klicken auf den Startknoten des Pfades, so schließen Sie einen Pfad ab.

Wandeln Sie diesen geschlossenen Pfad in eine neue Maske um. Rufen Sie das Menü Menü Auswahl – Vom Pfad aus dem Systemmenü oben in der Titelzeile auf um die Maske zu erzeugen.

Maske erzeugt
Maske erzeugt

Aktivieren Sie das Werkzeug Verlauf im Werkzeugkasten des GIMP und ziehen den Farbverlauf der zuvor eingestellten Vorder- und Hintergrundfarbe innerhalb der Maske, vom Kopf bis zu den Tentakeln herunter.

Alternativ können Sie natürlich auch die Tastenkombination [L] verwenden um das Verlaufswerkzeug ein- oder auszuschalten.

Daneben finden Sie das Werkzeug auch im Menü unter Werkzeuge – Malwerkzeuge – Farbverlauf.

Das Ergebnis könnte bei Ihnen wie im folgenden Bild bei Ihnen aussehen.

Sofern die Farbe die Linien überdeckt, müssen Sie die Ebene der Füllung unter die Ebene mit den Linien ziegen, die können Sie im Dialog Ebenen einfach per Drag&Drop erledigen.

Füllung mit Farbverlauf
Füllung mit Farbverlauf

Die dunkle Vordergrundfarbe (#DA4452) sollte oben links beginnen und in die hellere Hintergrundfarbe (#F88DA6) unten rechts überlaufen.

Die Füllung muss auch auf einer eigenen Ebene unter der Ebene der Linien liegen, damit die Comic-Linien die Füllung sauber umranden und überdecken.

Beim erzeugen neuer Ebenen, sollten Sie auch darauf achten, ihnen sinnvolle bzw. sprechende Namen zu geben, denn in komplexen Grafiken können Sie sich dann besser zurechtfinden und verstehen die Bedeutung einzelner Grafikelemente Ihrer Zeichnung besser.

Die Augen

Wählen des existierenden Pfades und maskieren mit [Shift]+[V]
Wählen des existierenden Pfades und maskieren mit [Shift]+[V]
Zum Füllen der Augen können Sie ganz genau so verfahren wie Sie es schon im Absatz davor gemacht haben, Sie können sogar den bereits existierenden Pfad der Augen nutzen um aus ihm eine Maske zu erstellen.

Öffnen Sie den Dialog Pfade (Menü: Fenster – Andockbare Dialoge – Pfade) und klicken den gewünschten Pfad mit einem Einfachklick an. Sofern der Pfad auch in der Grafik sichtbar werden soll, müssen Sie einen Doppelklick auf den Pfad ausführen oder das Auge-Symbol vor dem Pfad einschalten.

Wenn Sie nun den Pfad angewählt haben, wandeln Sie ihn über das Menü Auswahl – Vom Pfad in eine Maske um.

Die Augen via Drag&Drop mit weiß gefüllt
Die Augen via Drag&Drop mit weiß gefüllt

Die entstandene Maske können Sie nun mit weißer Farbe füllen indem Sie einfach weiße Farbe aus dem Werkzeugkasten des GIMP via Drag&Drop in die Maske ziehen und dort fallen lassen (so arbeiten übrigens die meisten Grafiker).

Natürlich können Sie das ebenfalls über das Werkzeug Füllen machen, dies dauert aber in der Praxis einfach zu lange und die oben beschriebene Drag&Drop-Methode hat sich daher durchgesetzt.

Die Füllung der Augen muss ebenfalls auf einer eigenen Ebene liegen. Diese Ebene muss unter der Ebene mit den Linien den Augen liegen, ggf. ziehen Sie diese im Dialog Ebenen unter die Ebene der schwarzen Augenumradung.

Die Pupillen

Pinseleinstellung für die Pupille rechts
Pinseleinstellung für die Pupille rechts

Die Erstellung der Pupillen können Sie ausschließlich mit dem Standard-Pinsel des GIMP-Werkzeugkasten realisieren.

Für die rechte Pupille stellen Sie den Rundpinsel wie in meinem Vorschlag ein, Sie können natürlich auch eigene Werte ausprobieren.

Als Ergebnis der Einstellungen erhalten Sie einen ovalen Pinsel der um 60 Grad geneigt ist.

Somit passt er ideal als Pupille im rechten Auge.

Malen Sie diesen mit schwarzer Farbe auf einer neuen Ebene ein.

Pinseleinstellung für die linke Pupille
Pinseleinstellung für die linke Pupille

Die linke Pupille können Sie ebenfalls mit einem Standard Rund-Pinsel (Hardness 100) des Werkzeugkastens und einer Drehung von -95 Grad in schwarz einzeichnen.

Zeichnen Sie die Pupillen auf einer eigenen Ebene ein die über dem weißen Hintergrund der Augen liegt.

Sie können auch unterschiedlich große Pupillen einzeichnen, dies gibt dem kleinen Kopffüßler einen leicht verwirrten Eindruck.

Am besten ist es sogar, wenn Sie für jede einzelne Pupille eine separate Ebene haben, denn dann lassen sich die Augen besser nachträglich justieren.

In etwa sollten die Augen jetzt wie im Bild oben bzw. links aussehen.

Die eingezeichneten Pupillen
Die eingezeichneten Pupillen

Jetzt fehlt lediglich noch der weiße Augenreflex, der die Augen des kleinen Tintenfisches etwas lebendiger und plastischer macht.

Verwenden Sie dazu den weichen Rundpinsel Hardness 025 aus dem GIMP-Werkzeugkasten (in älteren GIMP-Versionen nennt sich der Pinsel Fuzz).

In meinem Fall habe ich die folgenden Werte eingestellt, Sie können natürlich auch eigene Werte ausprobieren die Ihnen besser gefallen oder überspringen Sie diesen Schritt, wenn Sie mit der Grafik bereits zu frieden sind:

  • Größe: 40 | Seitenverhältnis: 0.5 | Winkel: 1
  • Größe: 40 | Seitenverhältnis: 0.5 | Winkel: -27
Augenreflex mit weichem Pinsel (200% vergrößert)
Augenreflex mit weichem Pinsel (200% vergrößert)

Klicken Sie jeweils drei mal mit diesem Pinsel in die Augen um einen weichen aber dennoch deutlichen Glanzpunkt auf die Pupillen zu setzen.

Oben im Bild können Sie die Reflexe in den Augen sehen.

Setzen Sie diese weit genug oben an um ein natürliches Aussehen zu erhalten.

Auch hier gilt wieder die alte Faustregel, legen Sie eine neue Ebene an, besser noch wenn Sie zwei Ebenen für je den linken und rechten Augenreflex anlegen, um die Grafik später besser nachjustieren zu können.

Die Zunge

Für die Erstellung der Zunge können Sie ausschließlich den Rundpinsel nutzen. Wählen Sie einen schwarzen Rundpinsel der Größe 80 und klicken Sie einmal etwas unterhalb des Mundes. Verringern Sie den Pinsel jetzt auf Größe 60 und klicken mit rot auf die Zunge. Alles was oberhalb des Mundes noch übersteht können Sie einfach wegradieren. Damit dies ordentlich funktioniert sollten Sie natürlich auch eine neue Ebene für die Zunge verwenden, da sonst Gefahr besteht, bereits gezeichnete Elemente zu zerstören.

Schatten

Je einen Pfad um je eine Maske zu erstellen und diese zu füllen
Je einen Pfad um je eine Maske zu erstellen und diese zu füllen

Um die Grafik noch etwas plastischer und lebendiger wirken zu lassen, sollten Sie einige Schatten erzeugen.

Schauen Sie sich beispielsweise auch einmal andere Icons anderer Designer genau an, Sie werden immer Schatten in den Grafiken finden.

In den Augen und darunter können Sie jeweils einige Pfade anlegen und diese durch ziehen an die Kontouren des Auges anpassen.

Wandeln Sie jeden Pfad in eine Maske um. Füllen Sie die jeweiligen vier Masken mit schwarzer Farbe.

Legen Sie alle Schatten des Auges auf eine eigene Ebene. Die Deckkraft der Ebene sollten Sie dann auf 15% reduzieren.

Augenschatten
Augenschatten

Grundsätzlich können Sie alle anderen Schatten ebenfalls nach diesem Prinzip erzeugen.

Die finale Grafik besitzt natürlich wesentlich mehr Schatten als ich hier für Sie beschrieben habe.

Die Erzeugung dieser weiteren Schattenbereiche folgt aber immer der gleichen Vorgehensweise im GIMP, ich habe sie daher nur einmal für Sie kurz umrissen.

Wenn Sie mit der Grafik bereits in diesem Statium zufrieden sind, können Sie die Erstellung weiterer Schatten auch überspringen, ich würde es jedoch empfehlen.

Restliche Schatten
Restliche Schatten

Das folgende Bild zeigt Ihnen die Bereiche die ich weiterhin durch dieses Verfahren (Pfade anlegen, in Masken umwandeln, mit schwarz füllen und die Ebenen-Deckkraft reduzieren) schattiert habe.

Lediglich der gesamte Körper und die einzelnen Tentakeln haben in meiner Grafik noch leicht durchsichtige Ebenen mit dunklen Schatten erhalten.

Schatten sind wichtig, damit sich das Icon etwas vom Hintergrund abhebt und dadurch nicht all zu platt wirkt.

Der Hintergrund

Prinzipiell können Sie jedweden Hintergrund nach Ihrem persönlichen Geschmack für diese Grafik verwenden. Ich habe mich für einen Farbverlauf von: #00796D nach #5C9ECA entschieden. Der Verlauf geht dabei von oben nach unten.

Plankton

Das Plankton mit GIMP
Das Plankton mit GIMP

Das im Wasser umherschwimmende Plankton habe ich durch weiße Rundpinsel in verschiedenen Größen und drei Ebenen realisiert.

Die vordere Ebene beinhaltet weiße Pinsel der Größe 60, diese wurde mit einem Gausschen Weichzeichner 3 bearbeitet.

Die dahinter liegende Ebene wurde mit Pinseln der Größe 40 bemalt und dem Gausschen Weichzeichner 10 bearbeitet.

Die letzte Ebene wurde mit einem weißen Pinsel der Größe 20 und einem Gausschen Weichzeichner 20 bearbeitet.

Somit ist das Plankton im Vordergrund größer und schärfer und wird nach hinten kleiner und unschärfer, dies verleiht dem Bild mehr optische Tiefe.

Um den Focus des Betrachters noch stärker auf den Mittelpunkt zu lenken, wurde auch eine weiche Vignette erzeugt (Kreismaske die um 250px ausgeblendet ist).

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