GIMP 2.10 Retusche “Teejunkie”

GIMP Retusche Teejunkie
GIMP Retusche Teejunkie

Die Retusche Teejunkie wurde mit GIMP 2.8/2.10 erstellt und zeigt die Leistungsfähigkeit des freien Programms. Es handelt sich bei diesem Beitrag um eine aufwändige und anspruchsvolle Retusche mit relativ hohem Zeitaufwand.

In diesem Beitrag geht es nicht darum eine Schritt für Schritt Anleitung zum exakten nacharbeiten dieser Retusche zu erzeugen, sondern Ihnen wertvolle Tipps an die Hand zu geben, um sich selbst an solche Projekte heranzuwagen. Am Ende des Beitrags finden Sie das originale XCF-File als Download in dem Sie den Aufbau und die Wirkung der einzelnen Ebenen studieren können (denken Sie an das Copyright).

So gehts in GIMP

Ausgangsbasis für diese Retusche sind im wesentlichen zwei Bilder die ich zu Hause aufgenommen habe. Das erste Bild ist die Aufnahme der Szenerie die aus einer Teetasse, einem Löffel aufgehängt an Angelsehne und zwei Zuckertöpfchen. Alles aufgenommen auf unserem Wohnzimmertisch mit dem Blick auf das Bücherregal im Hintergrund.

Szene 1 der GIMP Retusche
Bild 1 mit Tasse, Zucker und dem aufgehängten Löffel

Hinweis | Die Blende 1.4 ist für solch starke Freistellung vielleicht etwas zu übertrieben, sicherlich ist eine Blende von F2 bis F2.8 besser geeignet.

Das Bild ist mit einer APSC-Spiegelreflexkamera, einem Stativ und einem 50mm Objektiv bei Blende F1.4 aufgenommen worden. Ein wenig Umgebungslicht ist natürlich ebenfalls von nöten, um ein klares und scharfes Foto erstellen zu können.

Im zweiten Foto folgt der Actor, also ich selbst. Dank meiner Frau und eines grauen Fotohintergrundes konnte Sie mich in die richtige Position dirigieren, damit ich mit meinen Händen den schwebenden Löffel treffe.

Die Ebene mit dem Bild wie ich den Löffel halte

Damit ich die exakte Position und den Winkel des Löffel-Stiels auch treffe, habe ich das Kameradisplay mit einer Klarfolie beklebt und den Löffel mit einem Marker auf dem Display nachgezeichnet. Meine Frau musste mich und meine Hände im zweiten Foto dann an die richtige Position dirigieren, meine Hände deckend mit dem Stil des Löffels.

Retusche des Löffels

Als erstes habe ich mich an die Retusche des Löffels gesetzt, die im Bild erkennbaren Angelschnüre müssen unsichtbar gemacht werden. GIMP bietet für diese Arbeit sehr leistungsfähige Werkzeuge.

Stempeln Sie die Angelsehne mit dem Werkzeug Klonen weg

Ich habe die sichtbare Angelsehne mit einer Mischung zwischen dem Werkzeug Klonen und Heilen aus dem Bild retuschiert. Dieser Schritt ist sehr aufwändig, da Ich oft entscheiden musste von welcher umliegenden Bildstelle ich das Klonen oder Heilen ausführen musste. Orientiert habe ich mich dabei an den umliegenden Strukturen, die über die Schnur hinaus weiter geführt werden musste.

Als nächstes habe ich mein Foto als neue Ebene über die Ebene mit der Teetasste gelegt und die Größe etwas der Szene angepasst, ich habe die Ebene etwa auf 75% skaliert. Das Anpassen und positionieren an die darunter liegende Szene funktionierte gut, indem ich die Deckkraft reduzierte um den Löffel der darunter liegenden Ebene gut erkennen zu können, so konnte ich meine Hände gut in Position bringen.

Eine Ebenenmaske anlegen um den Hintergrund herauszustempeln (zur besseren Übersicht habe ich links die Ebenenmaske deaktiviert und rechts aktiviert… der Löffel kommt zum vorschein)

Als nächstes muss eine Ebenenmaske auf der Ebene mit meinem Bild erzeugt werden, denn der Hintergrund muss weg. Der graue Hintergrund hilft etwas dabei meine Kontouren besser bei der Bearbeitung erkennen zu können und zudem ist der graue Hintergrund helligkeitsneutraler da er keine weißen oder schwarze Ränder erzeugt.

Die Ebenenmaske stempelt ausschließlich mich selbst aus dem Hintergrund mit weißer Farbe hervor. Der Hintergrund wird mit schwarzer Farbe auf der Maske unsichtbar und dank meiner Markierungen die ich mit dem Marker auf dem Kameradisplay angelegt habe, passt die Position schon sehr gut out of Camera.

Ebenenmaske sauber ausgearbeitet

Das Resultat der sauber ausgearbeiteten Maske zeigt das Bild oben. Wie Sie sehen zahlt sich die saubere Vorbereitung aus. Die Markierungen auf dem Kameradisplay war Gold wert und bewirkt weniger digitale Nachbearbeitung am Rechner.

Ebenenmaske der Retusche im Detail

Die Ebenenmaske finden Sie im Dialog Ebenen zur Grafik im Download. Schwarze Stellen in der Maske lassen die darunter liegende Ebene hervorscheinen. Alle weiße Stellen bleiben sichtbar.

Tipp | Verzichten Sie auf übertriebene Schärfe, dies macht Ihnen die Arbeit schwerer, da Retuschekanten deutlicher werden. Die beiden Bilder kommen mit der Kamera-Schärfe vollkommen aus.

Das Bild oben hat jetzt bereits einen sehr guten Grad der Fertigstellung, nur wenige Kleinigkeiten müssen noch nachgearbeitet werden, wie zum Beispiel: der Schatten des Löffels auf meinen Oberschenkeln, die Finger müssen den Löffel deutlicher umfassen und die linke Hand muss etwas gedreht werden usw… Kleinigkeiten die Ihnen sicher recht leicht von der Hand gehen sollten.

Das Resultat der vollständigen Bearbeitung sehen Sie folgend. Der Tasse wurde noch ein bisschen Rauch hinzugefügt, um heißen Tee darzustellen. Die einzelnen Schatten wurden so realistisch wie möglich nachgearbeitet, erst dadurch entsteht eine realistische Plastizität.

Finale Version (c)

Der finalen Version habe ich noch mein spezielles Crossprozessing verpasst. Die dunklen Bereich aufgehellt und der Blau/Rot-Anteil in den helleren Bereich verschoben. Dafür habe ich das Werkzeug Kurve verwendet.

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